In unserer digitalen Welt sind Smartphones und Apps aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Viele Anwendungen bieten nützliche Funktionen, wie z.B. Navigation, Wettervorhersagen oder das kommunizieren über soziale Netzwerke. Doch während wir diese Dienste nutzen, geben wir oft unbewusst persönliche Informationen preis.
Manche Apps verlangen viele Berechtigungen, die für ihren Service überhaupt nicht notwendig sind. Wenn wir beispielsweise unseren Standort teilen, können Unbefugte Zugang zu sensiblen Informationen erhalten. Wenn man sich den Tagesablauf eines Menschen anschaut, kann man viele Schlussfolgerungen ziehen:

Wir können folgendes schlussfolgern:
- Den Wohnort (dort wo drei Punkte sich sammeln)
- geht ins Adam Kraft Gymnasium (vermutlich zu Fuß)
- Trägt vielleicht eine Brille (Apollo Optik)
- Turnt selber oder ist Trainer, man könnte sogar aus der Uhrzeit herausfinden, welche Trainings zu dieser Zeit vorkommen
- vermutlich 16 Jahre oder älter (wegen Stadtpark um 23 Uhr)
- Hat Probleme mit dem Gesetz oder war Zeuge (Amtsgericht)
- …
Wenn man sich nun vorstellt, was man alles zusätzlich wissen könnte, wenn man eine Woche, einen Monat oder sogar ein Jahr an Bewegungsdaten hat, wird klar warum diese Daten an sich sehr wertvoll sind.
Viele Apps heutzutage fordern Berechtigungen, die sie für ihre Funktionen nicht benötigen. Oft ist der Sinn dahinter, an Daten zu kommen, die dann verkauft werden. Egal wie harmlos die Daten wirken, entscheidend ist nur wie kreativ man ist, um aus den Daten Dinge zu schlussfolgern.
Merksatz 1.6.1
Wenn man sich gegen eine solche Datensammlung schützen will kann man folgendes tun:
- Installiere Apps, die keine Berechtigungen erfordern
- Verbiete in deinen Einstellungen im Handy Apps Zugang zu Berechtigungen, die sie für Ihren Service nicht brauchen
- Schalte dein Handy aus oder in den Flugzeugmodus, wenn du dich an sensible Orte begibst (oder nachts)
Am Ernst-Mach Gymnasium benutzen wir im Unterricht einen WordPress Server, der auf einer Synology-NAS gehostet wird. Für den Unterricht kann man alternativ auch einen Raspberry-PI mit einer WordPress Installation nutzen. Alle Aufgaben in diesem Kapitel sind auf diese Unterrichtsform zugeschnitten.
Aufgabe 1:
Erstelle eine Karte, die deinen letzten Schultag darstellt. Überlege, gemeinsam mit deinem Banknachbarn, welche Aussagen man über dich treffen könnte.
Aufgabe 2:
Erfinde eine fiktive Person:
- Alter, Geschlecht, …
- trägt sie eine Brille, Bart, sonstige besondere Merkmale
- Was macht sie beruflich oder geht sie zur Schule?
- …
Suche dann auf einer Karte eine passende Stelle, und erstelle einen fiktiven Tagesablauf. Suche wenn du fertig bist jemand, der versuchen muss möglichst viele Merkmale zu schlussfolgern. Welche Dinge sind sehr leicht herauszufinden und welche nicht?
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